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„BoDo Constructor“ sticht in See

29.08.2016

Mit dem Kabelleger „BoDo Constructor“ geht Bohlen & Doyen neue Wege: Mit deutlich höheren Kapazitäten als bisher üblich sollen auch anspruchsvollste Kundenanforderungen erfüllt werden. Das Vordesign für das Schiff wurde von eigenen Ingenieuren auf Grundlage langjähriger Erfahrungen entwickelt.

Offshore-Windparks gelten als zukunftsträchtige, umweltfreundliche Energiequelle; Interkonnektoren, also Seekabelverbindungen, bekommen in unserem zukünftigen Energiesystem eine wesentlich höhere Bedeutung. Die Verbindung mit dem Festland wird durch das Verlegen von Untersee-Kabeln gewährleistet – in dieser Branche hat sich Bohlen & Doyen aus Wiesmoor seit über 20 Jahren als Dienstleister für die Seekabellegung im Nearshore-Bereich etabliert.

Üblicherweise werden im Nearshore-Bereich Kabellängen von fünf bis zehn Kilometern verlegt. In der jüngeren Vergangenheit war Bohlen & Doyen nun aber auch für Projekte zuständig, bei denen diese Länge auf 30 bis 40 Kilometer ausgeweitet wurde. „Die Schiffe, mit denen wir diese Kabel verlegen – unsere sogenannten Kabelleger – konnten bisher rund 1500 Tonnen Kabel transportieren. Für die neuen, höheren Kundenanforderungen war das nicht mehr ausreichend“, so Hermann Hinrichs, Bereichsleiter Wasserbau & Offshore bei Bohlen & Doyen. Das Unternehmen aus Ostfriesland, welches zum Langener Energiedienstleister SAG GmbH gehört, entschied sich zu einem ungewöhnlichen Schritt, um das Problem zu lösen: Ein Team aus Experten entwarf das Vordesign für einen deutlich größeren Kabelleger mit einer Kapazität von ca. 5000 Tonnen – so sollten auch anspruchsvollere Kundenanforderungen erfüllt werden.

Der Kasko (Schiffsrumpf) des neuen Kabellegers „BoDo Constructor“ wurde von Mai bis Dezember 2015 in Danzig gefertigt und dann nach Swinemünde in Polen zur Poltramp-Werft transportiert. Die Werft übernahm die weiteren Arbeiten sowie die Endausrüstung. Am 15. Juni 2016 war es dann so weit: Das Schiff wurde getauft. Der erste Einsatz erwartete die BoDo Constructor bereits wenige Wochen später. Im August brach der Kabelleger nach Finnland auf, um dort 20 Kilometer Kabel für die Netzanbindung des Windparkclusters Westlich Adlergrund (CWA) im Greifswalder Bodden in der Ostsee zu laden. Die Arbeiten an diesem Projekt sind bis voraussichtlich März 2017 geplant. Danach wartet direkt der nächste Auftrag: Bohlen & Doyen ist an der Verlegung des Interconnector-Kabels „Nordlink“ von Deutschland nach Norwegen beteiligt. Auch hier sind lange Strecken Kabel von rund 30 Kilometern gefordert. Dank der 5000 Tonnen-Kapazität des Schiffes stellt diese Menge kein Problem dar.

Das Schiff, das sowohl für Nearshore- als auch für Offshore-Arbeiten geeignet ist, misst 120 Meter in der Länge und 32 in der Breite. Mit 50 Plätzen für die Mannschaft und vier AZIMUTH THRUSTER-Antrieben mit Dynamic Positioning System (DP) ist es bestens für die kommenden Aufgaben gerüstet. „Alles ist bereit für den ersten Einsatz beim CWA-Projekt: Wir haben bereits mit den Vorarbeiten begonnen, wozu auch die Trassenvorbereitung mit kleineren Kabellegern gehört“, erklärt Hermann Hinrichs. „Die sind bei diesem Projekt besonders umfangreich.“ Auch Spül- und Baggerarbeiten sowie Unterwasser-Fräsen gehören zu dem Aufgabenbereich von Bohlen & Doyen. Zudem müssen bei den Arbeiten strenge Naturschutzrichtlinien beachtet werden; zum Beispiel die Einschränkung von Gewässertrübungen und Sedimenttransport. Dafür arbeitet das Unternehmen aus Ostfriesland eng mit Behörden und der Nationalparkverwaltung zusammen.